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Die Ursachen des Haarausfalls sind sehr vielfältig und ein systematisches und rigoroses Vorgehen ist unabbdingbar, um eine korrekte Diagnose
zu stellen und so die richtige Wahl der Behandlung zu treffen.
Beim Hund handelt es sich um ein Tier mit einer kurzen Anagenphase
(Wachstumsphase). Anschließend folgt zuerst eine Ruhephase, während der das Haar fest im Haarfollikel verankert bleibt (Telogenphase) und zuletzt eine Phase des Haarausfalls, welche spontan oder nach einem Trauma einsetzen kann (Haarlosetelogenphase). Der Pudel ist die einzige Rasse, die eine längere Anagenphase besitzt. Alle anderen Hunde verlieren ihre Haare gemäß einem rassespezifischen Rhythmus, in der Regel zwei Mal pro Jahr. Das Klima, die Jahreszeit, die Intensität der Beleuchtung und die Hormone beeinflussen auch diesen Zyklus. Der Fellwechsel verfolgt dazu ein Mosaikmuster, so dass der Körper immer bedeckt bleibt. Er kann aber
manchmal besonders intensiv sein und vom Tierbesitzer als pathologisch interpretiert werden. Um einen krankheitsbedingten Haarausfall von einem physiologischen Fellwechsel zu unterscheiden, müssen für uns folgende Kriterien erfüllt werden:
1. Körperstellen, die gar nicht von Haaren bedeckt sind, oder
2. Stellen, in denen nur ein Teil des Haarkleides vorhanden ist (z. B. nur die
Sekundärhaare = Babycoat).
Bei erwiesener Alopezie sollte eine ausführliche Anamnese erhoben werden, die eventuell alleine zur Diagnose oder zumindest zu einem starken Verdacht führen kann; zum Beispiel bei vorgeschichtlichen Krankheiten oder Traumata, die ein anagenes oder telogenes Effluvium vermuten lassen, oder wenn eine begleitende Polyurie / Polydypsie auf einen Hyperadrenokortizismus hinweist, oder bei einer Alopezie der Ohren bei
jungen Dackeln, die auf eine Schablonenkahlheit hinweist.
Während der klinischen Untersuchung sollte das Schwergewicht auf zwei
Untersuchungsmerkmale gelegt werden: die Symmetrie der Läsionen und deren entzündlichen Charakter. Symmetrische Alopezien sind in der Regel nicht entzündlich und stehen für Störungen des Haarfollikelzyklus (z. B. Endokrinopathien) oder für follikuläre Dysplasien. Alopezien mit nicht symmetrischem Muster entsprechen hingegen eher einer Infektion der Haarfollikel (Pyodermie, Dermatophytose, Demodikose), einer traumatischen Pseudo-Alopezie (Kratzläsionen: die Haare sind abgebrochen, die Haarbasis bleibt aber im Follikel vorhanden) oder perifollikulären Entzündungsprozessen (Sebadenitis, Alopezia areata, Vaskulitis). Diese Merkmale können aber besser gedeutet werden, wenn der Tierhalter über das ursprüngliche Verteilungsmuster (symmetrisch oder nicht symmetrisch) und das Verhalten (mit oder ohne Juckreiz) der Läsionen Auskunft geben kann. Tatsächlich kann bei jeder nicht entzündlichen Alopezie eine
sekundäre Entzündung auftreten und so das initiale Bild der Erkrankung ändern!

Quelle

Hier mit Anschauungsbildmaterial