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Granulomatöse Meningoenzephalomyelitis (GME): häufig und weitgehend unbekannt

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Verhaltensänderungen, epileptiforme Anfälle, Kreisbewegungen und Veränderungen der kranialen Nerven sind mögliche Symptome, die neurologischen Symptome können multifokal oder fokal sein, je nach Lokalisation der Veränderung(en) im ZNS. Welche Rassen sind prädisponiert, und wie wird behandelt?
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Die granulomatöse Meningoenzephalomyelitis (GME) ist eine nonsuppurative Entzündung von Gehirn, Rückenmark und Meningen. Die Ätiologie ist unbekannt.

Andere mögliche Symptome sind Choroiditis, Retinaablösung und sekundäre Glaukome mit möglicher nachfolgender Blindheit. Weibliche Terrier, Pudel und andere Zwergrassen sind prädisponiert, allerdings können beide Geschlechter und alle Rassen erkranken.

Histologisch ist die GME durch eine Proliferation von Lymphozyten, Plasmazellen und Neutrophilen charakterisiert, die von den Adventitia-Zellen der Blutgefäße, Meningen und Mikroglia stammen. Auch eine perivaskuläre Proliferation von mononukleären Zellen kann auftreten, die koaleszieren und Granulome bilden können.

Prinzipiell sind alle Lokalisationen einer GME im ZNS beschrieben, sowohl bei der diffusen als auch bei der fokalen Form. Sie finden sich vorwiegend im Bereich der weißen Substanz, seltener im Bereich der grauen oder der Meningen. Bei der Liquoruntersuchung sind ein erhöhter Proteingehalt mit oder ohne Leukozyten verschiedener Populationen typisch.

Fokale oder multifokale Veränderungen können auch per CT oder CT diagnostiziert werden. Gesichert wird der Verdacht einer GME nur histopathologisch nach Entnahme einer Biopsie. Die Diagnose im Aussschlußverfahren (Ausschluß infektiöser Ursachen) ist unter Praxisbedingungen allerdings häufiger.

Die Therapie mit Corticosteroiden kann das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen, jedoch bleibt die Prognose vorsichtig bis schlecht. Auch nach einem Ansprechen auf Glucocorticoide war der Erfolg meist nur partiell und kurzfristig, bessere Resultate sind evtl. mit Radiationstherapie zu erreichen, wenn es sich um die fokale Form handelt. Bei der diffusen spricht sie nicht an.

Kürzlich stellten PA Cuddon and JR Coates (Proceedings, 20th ACVIM Forum, 319-321) neue adjunktive und/oder alternative, erfolgversprechendere Therapiemöglichkeiten vor. Sie untersuchten die Wirksamkeit von Cytosin Arabinosid (50 mg/qm 2x tgl. über 2 Tage s.c., Wiederholung alle 3 Wochen)und Procarbazin (25-50 mg/qm täglich p.o.) bei Hunden mit GME.
Erste Ergebnisse sind ermutigend, jedoch ist die Therapie teuer, und regelmäßige engmaschige Blutbildkontrollen sind wegen der potentiellen Myelosuppression unabdingbar.

Quelle: Ronald Lyman, Pierre Bichsel (2003): Advances help in treatment of canine GME; prognosis poor. In: DVM Newsmagazine July 1, 2003. www.dvmnewsmagazine.com/dvm/