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Hydrocephalus (Wasserkopf) bei Hund und Katze

Der Hydrocephalus ist eine zumeist angeborene (seltener auch später im Leben erworbene) Erkrankung des Gehirns und tritt außer beim Menschen auch bei Hunden (v.a. bei brachycephalen und "toy"-Rassen) und Katzen auf. Hierbei ist der Abfluss des Gehirnwassers aus den Gehirnkammern gestört. Da die sogenannte „cerebrospinale Flüssigkeit“ jedoch weiter produziert wird, kommt es zu einer Erhöhung des Drucks innerhalb der Gehirnkammern und zu einem Verdrängen und Abbau von Gehirngewebe. Symptome treten bei schweren Fällen bereits im Welpenalter auf und umfassen unter anderem Änderungen des mentalen Status, schmerzbedingtes Aufjaulen, Koordinationsstörungen, Sehstörungen, Krampfanfälle, Schielen (Strabismus) und eine aufgewölbte Schädelform. Die Diagnose kann z.B. durch eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Kopfes gestellt werden.(Abb.1: Die hellen Areale zeigen eine massive Flüssigkeitsansammlung in den Gehirnventrikeln eines 10 Wochen alten Hundewelpen. Der Cortex ist nur noch wenige Millimeter dick.)
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Unbehandelt verläuft die Erkrankung in schweren Fällen in der Regel tödlich oder die betroffenen Tiere werden aufgrund der sich rasch verschlimmernden Symptome eingeschläfert. In leichteren Fällen treten Symptome häufig erst später im Leben auf. Wenig bekannt ist, daß die Behandlung eines Hydrocephalus beim Tier prinzipiell genauso möglich ist wie beim Menschen. Bei geringgradiger Symptomatik kann eine medikamentöse Therapie helfen, den Zustand der Patienten zu stabilisieren. Bei hochgradigen Veränderungen ist dies jedoch zumeist nicht ausreichend. Für diese Tiere besteht die Möglichkeit einer chirurgischen Behandlung, dem Platzieren eines sogenannten ventrikuloperitonealen Shunts. Hierbei wird ein spezieller Katheter in eine betroffene Gehirnkammer eingebracht, der dann über ein Druckventil und einen Silikonschlauch den Abfluss der cerebrospinalen Flüssigkeit in die Bauchhöhle ermöglicht (Abb. 2: Röntgenaufnahme einer Katze mit ventrikuloperitonealem Shuntkatheter). Dort wird die Flüssigkeit vom Bauchfell wieder resorbiert, so daß keine Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum erfolgt.

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Unsere Praxis führt diese Operation seit einigen Jahren mit sehr gutem Erfolg bei Katzen und Hunden durch. Die meisten Patienten haben nach der Operation eine mit gesunden Tieren vergleichbare Lebensqualität und Lebenserwartung. Jeder Fall muss hinsichtlich seiner Eignung und Prognose jedoch individuell eingeschätzt werden, da diese von verschiedenen Faktoren wie Alter, Grad der neurologischen Schädigung und den möglicherweise zu erwartenden Komplikationen abhängig sind.